Franz Hell

Pfarrer in St. Marien-Rußhütte vom 28.1.1923 – 15.3.1936

Pfarrer Franz Hell wurde 1886 in Aschbach geboren. Nachdem er einige Jahre als Bergmann gearbeitet hatte, entschloß er sich zum Priestertum und wurde 1914 im Dom zu Trier zum Priester geweiht. Die ersten 22 Jahre seines priesterlichen Wirkens sind eng mit unserer Pfarrei verbunden. Seit 1914 Kaplan in Malstatt war ihm die Seelsorge in der Filiale Rußhütte besonders anvertraut. Es war vor allem auch sein Verdienst, daß der von Dechant Metzdorf grundgelegte Gedanke einer Pfarreigründung auf der Rußhütte nicht unterging. Seiner Initiative ist es vor allem zu verdanken, daß wesentliche Voraussetzungen zur Gründung unserer Pfarrei geschaffen wurden: Vereinshaus und Kirchbaugelände wurden erworben. So war es nicht verwunderlich, daß der erste Pfarrer der neu errichteten Pfarrei St. Marien Franz Hell hieß.

Seiner Einführung am 28.1.1923 folgte die schwere Aufgabe des Neubaus unserer Pfarrkirche.

Der Grundsteinlegung am 15. 8. 1926 folgte schon am 8. 5. 1927 die feierliche Übertragung des Allerheiligsten in die neue Pfarrkirche. Auch das Pfarrhaus ist ein Werk Pfarrer Hells. Kirche, Pfarrhaus und Vereinshaus waren aber nur die äußeren Zeichen eines guten religiösen Lebens auf der Rußhütte. Volksmissionen, von Pfarrer Hell stark gefördert, trugen zu einem weiteren religiösen Wachstum bei.

Dem würdigen Gotteshaus ein entsprechendes Geläute zu beschaffen, war sein letztes Anliegen auf der Rußhütte. Jedoch bevor die neuen Glocken läuteten, verabschiedete sich Pfarrer Hell am 15.3.1936, um in Spiesen eine neue Pfarrstelle zu übernehmen, wo er bis zu seinem Tode am 26.2.1951 wirkte.

 

Philipp Müller

Pfarrer in St. Marien-Rußhütte vom 26.4.1936 – 7.11.1971

Pfarrer Philipp Müller wurde am 13.3.1894 in Karbach geboren. Am 7.8.1921 wurde er in Trier zum Priester geweiht. Nach den Jahren der Seelsorgetätigkeit als Kaplan in Dillingen, Spiesen und Saarbrücken-St. Jakob wurde er 1930 Pfarrer in Sohren. Nach seiner Inhaftierung wegen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus übernahm er am 26.4.1936 als Pfarrer die Pfarrei St. Marien-Rußhütte. Mit Tatkraft und Energie schaffte er es in kurzer Zeit, die Schulden der jungen Pfarrei aus der Aufbauzeit abzutragen. Kaum war dieses Ziel erreicht, kam der Krieg mit seiner verheerenden Wirkung. Am 13.1.1945 wurde in wenigen Minuten die Pfarrkirche fast völlig zerstört, Vereinshaus und Pfarrhaus schwer beschädigt. Gleich nach dem Krieg ging er mit unermüdlichem Eifer an den Wiederaufbau. Schon im September 1949 konnte die wiederaufgebaute Pfarrkirche bezogen werden.

Seinen Pfarrkindern auch in den schweren Zeiten des Krieges und der Evakuierung in priesterlicher Sorge treu verbunden, war er nach dem Krieg allen ein Helfer in jeder Not. Aus der „schwarzen Rußhütte“ ein „himmelblaues Mariental“ zu machen war für ihn, den tieffrommen Marienverehrer, ein Herzensanliegen. Davon zeugen die Lourdes-Grotte, die Rosenkranzkönigin und die Marienmosaiken in der Pfarrkirche.

Nachdem er am 5.9.1971 noch das goldene Priesterjubiläum inmitten seiner Pfarrgemeinde festlich begehen konnte, vollendete sich am 7.11.1971 sein erfülltes Priesterleben. In seiner geliebten Pfarrkirche fand er am 11.11.1971 seine letzte Ruhestätte.

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